Mercedes W108 280SE, "Die Olive"
Letzte Aktualisierung: März. 2010
Seit
vielen Jahren begeistert mich die Form des W108, seine Eleganz und besonders
die Export-Doppelscheinwerfer, die dem Wagen so was "Majestätisches"
geben. Ausserdem bin ich selbst auch eher der Limo-Typ (steht für Limousinen,
nicht für Fanta und Co!), d.h. Cabrios, Coupes, Gelandewagen etc sind nicht so
mein Ding. Nach schönen, aber exklusiven Erfahrungen (€€€ ;-) mit zwei BMW 750i und
dem damit verbundenen Wertverlust, gepaart mit meiner Begeisterung für
"alte" Technik (Dampfradios, Röhrenverstärker, ....) reifte dann doch
der Entschluss, einen W108 zu besitzen. Nun gibt es am Markt sicher auch viele
elegante Oldtimer anderer Marken, aber die eigenen Erfahrungen mit meinem
Mercedes 230TE
Youngtimer waren, was Ersatzteilversorgung, Internet-Community (Foren),
Wertstabilität und Zuverlässigkeit angeht so positiv, dass es ganz klar ein
Mercedes, dieser Mercedes als Oldie sein sollte.
Die ersten Versuche
Nun,
womit fängt man an, wenn man ein Fahrzeug sucht? Zuerstmal schaut man auf den
einschlägigen Online-Märkten wie mobile und autoscout24. Tja. Grosse Auswahl,
auch bei kleinen Preisen. Aber welcher ist der Richtige??? Und was sollte dran,
drin und drum sein??? Was kostet die Versicherung, Steuern, und so? Nur ein war
mir klar, ich wollte keinen Zustand "1" oder "2" haben,
sondern eher ein Modell, dass gewisse Patina hat und an dem auch etwas zu tun
ist, schliesslich sind Autos eins meiner Hobbies und das Schrauben daran gehört
klar dazu (siehe zB die 230er Seiten). Die ersten Modelle die ich mir dann im
Inet in die nähere Wahl zog, war ein blauer W108 mit Umbau auf Dieselmotor und
weissem Lenkrad:

Von
dem riet mir allerdings ein Freund ab, mit den 72 PS käm man nicht von der
Stelle und Spritverbrauch sei eh ein untergeordnetes Thema bei einem nur in der
Freizeit gefahrenen Oldie. Nach längerer Überlegung kam ich zu dem Entschluss:
Recht hat er. Immerhin war ich vom 750er ja gediegene Fahrleistungen gewohnt,
allerdings auch gediegene Verbräuche. Insofern schied der 300SEL 6.3 auch von vornhinein aus. Also erstmal Thema wieder
verworfen ....
Eine
Zeitlang später fiel mir ein 280SE ins
Auge, bordeauxrot, wieder mit weissem Lenkrad (hach wie schick!!) und mit
Gasumbau. Aha. Allerdings 600km von meinem Standort München entfernt, irgendwo
bei Köln nämlich. Na doll. Also mal ans Telefon geschwungen und den Händler
kontaktiert. Der stellte sich natürlich voll dumm an (machen alle Händler so,
wenn man sie auf Probleme anspricht. Bei angenehmen Dingen sind sie dann immer
voll die Experten "der hält mindestens noch 10 Jahre" "der geht
nie kaputt" "der verkauft sich wie von selbst, da gibts nix
Besseres" .. ah ja). Nun, zurück zu meinem Telefonhändler. Der meinte,
fahr einfach zum TÜV, hol dir das H-Kennzeichen und fertig. Ach so, Gasanlage
sei nicht historisch und kein Gutachten dabei? Och, da müsste man eben etwas
findig sein. Rost? Ach praktisch keiner. Nein, auf der Bühne hätten sie den
Wagen noch nicht gehabt, wegen Unterbodenzustand... Nach diesen wertvollen
Informationen sank mein Interesse gegen Null. Offenbar eine Bastelgrotte ohne
Aussicht auf historische Anerkennung. Danke. Und Besichtigung kam wegen der
Entfernung auch nicht in Frage. Schade ... Und wieder das Thema in der langen
Wunschliste ganz unten einsortiert. Mein weiser Freund bemerkte auch, dass ein
Oldie (er fährt selbst einen) sich quasi nicht lohnt, weil man so wenig damit fährt,
Unterhalt, Garage, etc ... dann besser ab und zu mal einen leihen. Irgendwie
klang das schlüssig, also wieder nix....
Ok,
natürlich hab ich dann immer wieder mal in die Märkte reingeschaut, und wenn
ich irgendwo so einen W108 oder W111 gesehen habe, schnell mal ein Foto
gemacht. Zu der Zeit kannte ich noch nichtmal den Unterschied zwischen den
beiden (ausser dass der 111 ein Coupe war). Zwischenzeitlich kam noch eine
Stippvisite bei der Oldtimerhalle in Dortmund, weil ich da einen Freund
besuchte. Das war zwar beeindruckend, aber auch ernüchternd.....der Rost!! Und
ich wollte unbedingt einen Wagen, der zumindest von der Karosserie ok war.
Technik kann man verhältnismässig einfach reparieren, aber eine marode Karosse
zwingt zu Totalsanierung und ggf TÜV-Exitus.
Irgendwie
musste erstmal ein Plan her, was für Typen, Modelle, Motoren und -ganz wichtig-
Ausstattungen es gibt. Eine hervorragende Kaufberatung bzw Typen-und
Modellübersicht hat Matthias P. auf seiner Sterntwiete
ins Netz gestellt, eine wahre Informationsfundgrube. Hab sofort alles
ausgedruckt und wie ein kleines Buch gebunden. Das lag dann lange neben dem
Nachttisch, ich hab oft drin gelesen und mit der Zeit wurde dann richtig klar,
was bei den einzelnen Modellen die Unterschiede und die
"haben-wollen" Extras waren:
Mein Wunschzettel
Somit kristallisierte sich für mich
Folgendes raus:
Alles
andere Zubhör wär zwär schön, so wie zB Zentralverriegelung oder zweiter
Aussenspiegel, aber nicht wirklich entscheidungsrelevant.
Endlich
Im
Frühjahr 2008 (ihr merkt, jetzt wirds endlich spannend) fand ich dann bei
mobile ein Angebot zu einem 1972er W108 280SE in grün-metallic aus Süd
Frankreich. Laut Text wenig Rost aber dafür ein nicht rund laufender Motor. Dafür
aber gesegnet mit wirklich schönen Extras wie Lenkradautomatik (zu cool),
Servolenkung, Leder cognac Zweiton, Schiebedach, Zentralverriegelung und den
gelben Exportscheinwerfern. Das sah super aus!! Dazu wegen dem Motorschaden ein
wirklich interessanter Preis, den man sicher noch weiter verhandeln konnte. An
Mängeln waren im Angebotstext eben der defekte / unrunde Motor, eine
Durchrostung in der Reserveradmulde und ein defekter Auspuff vermerkt. Standort
Nähe Nürnberg. Der Händler, der sich ansonsten auf den Handel mit
Militärfahrzeugen konzentriert, hat diesem Wagen eigenlich für den Eigenbedarf
gekauft, aber wegen des defekten Morors sich dann doch zum Weiterverkauf
entschieden. Er klang am Telefon recht nett und so bin ich dann am nächsten Tag
dorthin gefahren, um mir das Schätzchen einmal anzusehen. Mit dabei war eine
Digitalkamera, damit ich ein paar Fotos machen kann, um sie meinem
Oldie-fahrenden Freund zu zeigen (der hatte nämlich keine Zeit mitzukommen).
Vor Ort musste der Händler den Wagen erstmal aus einer Scheune rausrollen,
damit ich ihn inspizieren konnte.

Meine
ersten Blicke in Richtung Radhäuser, Lampentöpfe, Schweller, Türunterkanten etc
fielen -zu meiner Überraschung- sehr positiv aus, bis auf die Durchrostung im
Kofferraum und eine lose Wagenheberaufnahme waren keine weiteren Rostschäden zu
sehen.


Der
Wagen selbst präsentierte sich allerdings in einem recht runtergekommenen
Zustand, innen sehr verstaubt (offenbar der Sand der Atlantikküste), mit
hässlichen Nachrüst-Barockfelgen und durchhängendem Auspuff und einem Haufen
Gerümpel innen drin - pfui!

Aber von vorne war er ein echtes
Schmuckstück:

Nun,
Autos kann man reinigen, das ist eine meiner Spezialitäten! Ein Versuch, den
Motor zum Laufen zu bringen, scheiterte allerdings. Der Anlasser drehte, aber
anspringen wollte der Benz nicht. Nun ja. Also hab ich noch einen Haufen
weitere Fotos gemacht und dem Händler dann gesagt, dass ich es mir überlege.
Wieder
zuhause angekommen, schaute sich mein Freund die Bilder an und meinte:
"Wenn du wirklich nach einem Wagen mit guter Substanz suchst, dann nimm
den! Die Technik kriegen wir schon hin".
Nun
stellte sich aber das Problem "Wo unterbringen?" Für meinen 230TE
hatte ich einen Stellplatz in der Tiefgarage, und wollte den auch nur ungerne
für den 280SE aufgeben. Aber da kam mir der Zufall zu Hilfe. Meine neue,
hübsche Nachbarin klingelte bei mir und wir schwatzen ein wenig über dies und
das. Beiläufig erwähnte sie, dass sie ihren TG-Stellplatz weitervermieten
wollte, weil sie ihn nicht bräuchte. Ja was ein Zufall!! Hab natürlich sofort
erwähnt, dass ich den direkt nehmen würde und so war das Problem gleich gelöst!
Kauf und Abholung
Das
erschien mir wie ein Zeichen "Nimm
ihn", also den Händler angerufen und anhand der Mängelliste
Auspuff defekt,
Scheinwerfertausch,
kein TÜV / AU,
Reifen tauschen,
Motor defekt,
Schweissarbeiten,
Innenzustand
den Preis in zwei Anläufen um rund 20% runtergehandelt und einen Kauf für das
folgende Wochenende in Aussicht gestellt. Darauf hin flugs einen Anhänger
gemietet und am besagten Termin wieder nach Nürnberg. Dort hatte sich noch ein
anderer oldie-erfahrener Freund eingefunden, der grade in der Gegend
geschäftlich unterwegs war und mir auch zu dem Kauf riet. So schloss ich dann
mit dem Händler den Kaufvertrag, wir luden den Wagen auf den Hänger und ab
gings in die neue Heimat nach München:

Kurz
hinter dem Altmühltal bemerkte ich beim Fahren mit dem Gespann, dass mein
Lenkrad plötzlich leicht zu pendeln begann. Was war los? Ein Blick in den
Rückspiegel liess mir das Blut in den Adern gefrieren, der Hänger vollführte
wilde Schwankungen! Auch du Schreck!! Obwohl ich den 280SE mit Spanngurten
gesichert hatte, erwartete ich jedem Moment dass er abfliegt oder ich das ganze
Gespann in die Planken setze. In irgendwelchen ADAC Berichten war berichtet
worden, dass moderates Bremsen und sanftes Gegenlenken in so ein Fall das Beste
ist, was in diesem Fall auch gelang. Ich bremste die ganze Fuhre auf rund
40km/h runter, was mir das erzürnte Hupen eines nachfolgenden Fernlasters
einbrachte. Toll, danke Mr.Trucker!! Gehts noch?? Ich mach das ja nicht zum
Spass!!! Nach diesem adrenalinförderlichen Vorfall schlich ich dann mit
vmax=60km/h nach München, wie lange dann so eine Fahrt dauern kann, schon
erstaunlich....*gääähn*
Immerhin
konnte die ganze Fuhre so ohne weitere Vorfälle bis zu meiner Tiefgarage
gefahren werden, wo auch schon den Thomas wartete, um den Kauf zu begutachten.
Anschliessend luden wir den Wagen ab und rollten ihn auf den neu gemieteten
Stellplatz neben meinem 230TE:

Da
der Wagen keine Batterie besass, war also die erste Investition eine schwarze
Banner 66Ah. Eingesetzt, und immerhin funktionierte das Licht. Schön wie die
gelben Scheinwerfer leuchteten.

Was
dagegen gar nicht leuchtete, war die Innenleuchte. Mir kam die Erleuchtung,
dass das Kabel abgerissen war. Also anlöten, eine neue Sofittenlampe rein und
.. strahl :)
Die ersten Tage
Der
gesamte Innenzustand dagegen war mehr oder weniger traurig, so dass ich mich
als allererstes um eine gründliche Innenreinigung kümmerte. Mit Wischmop,
Bürsten, Nass-Sauger und diversen anderen Mitteln wurde das Wageninnere auf
Vordermann gebracht. Dazu hab ich die Fussmatten und Rücksitze ausgebaut und
auf meiner Terasse intensiv gereiningt: Die Fussmatten wurden mit Waschlauge
(Feinwaschmittel in heissem Wasser) benetzt (oder durchweicht, je nach
Standpunkt), mit einer Bürste kräftig in alle Richtungen geschrubbt und dann
mit dem Nass-Sauger abgesaugt. Was kam da ein Dreck raus! Damits auch anständig
wurde, hab ich das zweimal praktiziert. Anschliessend das Ganze nochmal an den
Teppichen, die man nicht rausnehmen konnte (zB Getriebetunnel).

Die
Lederpolster wurden ebenfalls mit Waschlauge gereinigt und anschliessend mit
Lederpflege vom www.lederzentrum.de versiegelt (der Reiniger vom Lederzentrum
hat mich übrigens nicht überzeugt, da war mit Waschlauge mehr Dreck
rauszuholen):

Die
ziemlich verschmierten Fenster konnten mit Sonax Silikonentferner perfekt
gereinigt werden, sieht zwar wüst aus, aber wenn der Film getrocknet ist, kann
man ihn bequem wie trockene Kreide abreiben und jeglicher Schmutzfilm auf den
Scheiben ist dann verschwunden. Spart euch die Mühe mit Glasreiniger oder so, das
Zeug ist wirklich top!

Nun
reizte mich es aber doch ungemein, den Motor endlich mal zum Laufen zu
bekommen. Dummerweise hatte der Vorbesitzer in Frankreich scheinbar nicht den absoluten
Starmechaniker zur Hand, was ein paar lose baumelnde Kabel im Motorraum, ein
nicht angeschlossenes Startventil und ein ebenso kontaktloser Startmagnet an
der Einspritzpumpe bewiesen. Mit Hilfe eines Schaltplans liessen sich aber die
elektrischen Verbindungen analysieren und auch entsprechend verdrahten. So, nun
konnte es ja losgehen. Batterie war geladen, die losen Kabel angeschlossen,
also hinein ins Auto, Zündschlüssel gedreht und losgeorgelt... Nach nur wenigen
Sekunden mit ganz schwachem Anlasser (ist der kaputt?) stieg Rauch aus der
geöffneten Motorhaube empor! Aaaaah..kreisch, was ist los? Zuerstmal war nicht
viel zu sehen, nix brannte und auf Anhieb sah ich auch nichts, was irgendwie
defekt aus sah. Und nur die Harten komm'n in Garten, also nochmal einen
Startversuch unternommen. Nix. Kein Mucks vom Anlasser. Also alle Kabel
kontrolliert, untersucht und plötzlich fällt am Lima-Kabel ein Teil der
Isolation ab...öha? Kurz und gut, es stellte sich heraus, dass der Motor kein
Masseband mehr hatte und somit beim Starten den Strom über das Minuskabel zum
Regler abführen wollte. Was bei mehreren hundert Ampere des Anlassers ein recht
schnelles Verglühen des Reglerkabelbaums zur Folge hatte. Mist! Aber aus einem
dreipoligen schwarzen PC Anschlusskabel war schnell Ersatz hergestellt.

Ein
Massekabel war ebenfalls flugs vom Autoverwerter organisiert, und so konnte der
nächste Motorstart durchgeführt werden. Dank angeschlossenem Startventil etc
passierte auch tatsächlich was, der Motor drehte ein paarmal durch und nahm
dann tuckernd seinen Betrieb auf. Aaaaaber, bestenfalls auf drei Zylindern,
extrem unrund und holperig. Trotzdem war ich erfreut über ein erstes
Lebenszeichen, hab den Wagen mit einem Abschleppseil auf die Strasse geschleppt
und bin einmal um den Block gefahren. Dabei jaulte die Servolenkung
vernehmlich, offenbar Ölmangel. Motoröl und Automatiköl waren ok, die Stände
hatte ich vorher natürlich ergänzt. Trotzdem war das kein Zustand, und so
gingen wir an eine etwas intensivere Untersuchung des Motors.
Erste
Diagnose: die Franzosen kennen sich zwar mit Essen aus, aber offenbar nicht mit
deutscher Automobiltechnik, und hatten völlig falsche Kerzen mit zu kurzem
Gewinde eingeschraubt. Bei einer Kerze kullerte gleich noch eine Helicoil
Gewindespirale mit raus, na Mahlzeit.

Flugs
wurden dann NGK BP6E eingeschraubt, und schon lief der Motor auf ..
zweieineinhalb Pötten. Kagge! Das wars also noch nicht. Na gut, die Zündkabel
waren steinhart, aber sahen doch noch gut aus?? Sollten die etwa...??? Ich bin
ja nun nicht der Freund von "Alles gleich austauschen" und insofern
lieh mir Thomas ein paar Zündkabel von seinem Alfa, die ich provisorisch am
Benzmotor installierte. Kaum zu glauben, das hatte klaren Einfluss auf die
Laufqualität. Interessant, und ich dachte Funke sei Funke....
Am
nächsten Tag bin ich dann mit frisch erworbener roter Nummer
(Kurzzeitkennzeichen) todesmutig in die Münchner Innenstadt gefahren, und hab
einen neuen Satz Beru Zündkabel, passend für den W108 gekauft (um die 50 Euro).
Ebenso einen neuen Zündkontakt, um alle Eventualitäten auszuschliessen. Nach
dem Einbau lief der Motor dann nochmal was besser, so etwa auf dreieinhalb
Pötten. Aber immer noch nicht wirklich rund. Daraufhin haben wir uns mal die
Einspritzdüsen angesehen und festgestellt, dass Zylinder 5 und 6 keinen Sprit
bekamen? Die Einspritzleitungen waren trocken und auch ein paarweiser Tausch
der Düsen zeigte keinen Unterschied. Uff. Erstmal hinsetzen. Die ESP!!
Einspritzpumpe defekt. Der Gau. Unbezahlbar. Endsteuer. Super selten. Und nur
von noch selteneren Koryphäen reparierbar. Tja. Im Geiste sah ich schon mehrere
hundert bis tausend Euro in Richtung Bosch flattern, aber irgendwie dachte ich:
na wenn die Pumpe schon hin ist, dann kannst dich ja auch mal selber dranwagen.
Also alle peripheren Bauteile abgeschraubt, und die Pumpe in die heimische
Küche gebracht:

Schnell
war das Unglück diagnostiziert: die Regelstange hing fest und Pumpkölbchen 5
und 6 verharrten reglos im oberen Totpunkt. Thomas als alter Maschbauer sah das
recht unbekümmert: "Komm vorbei, die kriegen wir wieder flott. Jauch sie
mal mit Rostlöser ein und morgen sehen wir weiter." Gesagt, getan. Von
oben und unten (bezogen auf die Pumpelemente) hab ich das Teil mit Liqui Moly
Schnellrostlöser (geiles Zeug) eingesprüht und vorsichtig an der Regelstange
gedengelt.. nix passierte. Am nächsten Tag dann bei Thomas in der
Kellerwerkstatt haben wir die Pumpkolben vorsichtig mit einem Holzdorn und
einem Gummihammer in Richtung unterer Totpunkt gehämmert (naja, geklöpfelt
passt eher), und siehe da, sie bewegten sich wieder. Mit einigen Spritzern
weiteren Rostlösers konnte die Funktion langsam wieder hergestellt werden und
innerhalb von einer Stunde ging dann auch die Regelstange wieder ganz
leichtgängig und 6 Pumpenkolben hüpften beim Durchdrehen der Mini-Nockenwelle
munter auf und ab, juhuuu!!

Wieder
zurück zum Benz, das Teil einbebaut (sorgfältig kontrollieren dass die
Einstellmarke passt, Zünd-OT plus 20° und so weiter...) und Motor gestartet.
Dauerte natürlich erstmal, bis die langen Spritleitungen geflutet waren, aber
es kam zumindest auf allen Leitungen Sprit raus! Nachdem wir dann auch die
Einspritzdüsen wieder montiert hatten, startete der Motor ziemlich schnell und
lief auf ... tja... ehem... so ungefähr 5 Zylindern. Zum einen war ich happy,
weil wir die ESP gerichtet hatten (so sagt man in Bayern), aber ganz perfekt
war das noch nicht. Naja egal, erstmal zwei Freundinnen eingeladen und eine
kleine Tour in Richtung Rosenheim gemacht (ich weiss, mutig...). Die Olive lief
aber ziemlich problemlos und hat mich nicht enttäuscht, wär ja auch peinlich
geworden ;-)
Da
mein Kurzzeitkennzeichen nur noch drei Tage gültig war, bin ich tags drauf in
die Mietwerkstatt gefahren, und hab mal das rostige Kühlsystem durchgespült
(Mit drei Bar Wasserdruck den Heizungswärmetauscher gegen die
Durchflussrichtung gespült, kam da ein Dreck raus.. unglaublich). Ebenso die
Warmlaufeinrichtung (dies Dehnstoff-Element an der ESP) wieder richtig
eingesetzt und mit einer zweiten Unterlegscheibe justiert. Da die Werkstatt
auch einen Kompressionstester hatte, wollte ich meinem Motor mal auf den Zahn
fühlen und testete die Zylinder der Reihe nach durch, denn das Kerzenbild war
ja recht unterschiedlich. Und was zeigte sich?
Oje, Zylinder 4 ohne Kompression (hier
auf dem Bild Zyl 3 weil wir andersrum gezählt hatten):

Äääh,
ja, wie blöd. Hängt ein Ventil? Loch im Kolben? ZKD durchgepfiffen? Ich war
erstmal ratlos....
Dann
noch ein paar Schweissarbeiten durchgeführt (Reserveradmulde und
Wagenheberaufnahme v.r) und abends wieder ab nach Hause. Nun wurde es später
Abend, aber es juckte mich doch nochmal mit dem Wagen und seinen coolen gelben
Scheinwerfern eine kleine Spritztour zu machen, egal ob nun Zylinder 4
Kompression hatte oder nicht. Also raus nach Ebersberg und auf Höhe eines
kleinen Parkplatzes mitten auf der Landstrasse kam mir die glorreiche Idee,
nochmal das Drosselklappengestänge auf richtige Funktion zu prüfen. Dazu Motor
aus und Licht brennen lassen, damit man was im Dunkeln sieht.... nach 10 min
war alles überprüft, ich setzte mich wieder in den Wagen, drehte den
Zündschüssel auf "Anlassen" und ausser einem müden "Klick"
passierte nichts mehr....
Ich
möchte jetzt nicht in aller Ausführlichkeit schildern, was ich da dachte und
was ich versucht habe, um die Kiste wieder zum Laufen zu bringen: (versucht,
eine Freundin in der Nähe anzurufen wg Starthilfe: Handy ohne Empfang. Versucht
wen auf der Strasse anzuhalten: keiner stoppte. Nur ein LKW und der hatte nur
24V Starthilfe. Wagen versucht anzuschieben auf abschüssigem Parkplatz: nix
passierte. Einen Mini-LKW angehalten, der fand aber die Batterie an seinem Fzg
nicht -Renault: unter dem Sitz wie ich später erfuhr) usw usw.) Letztendlich
bin ich dann nach Ebersberg Bhf getrampft und wollte mit der S-Bahn heimfahren,
aber vor dem Bhf stand dann doch zu später Stunde (es war fast Mitternacht) ein
Sammeltaxi und der Fahrer war so nett mich bis zum Parkplatz zu fahren und mir
Starthilfe zu geben. Um halb eins Nachts war ich dann wieder bei mir zuhause.
Was ein Abend....Den 280er noch schnell ans Ladegerät gehängt und ab ins Bett.
Für
den nächsten Tag war nochmal ein Mietwerkstattbesuch geplant, und gleichzeitig wollte
ich auf der nahen Autobahn mal den Tacho testen, weil die 195/65R14 Reifen (!!)
eindeutig zu klein waren und mir der Tüv sagte, dass man sie nur dann eintragen
kann, wenn die Tachometerabweichung nicht zu gross sein. Dazu machte ich dann
auf der A94 eine Vergleichsmessung per GPS. Ergebnis: 100km/h Fahren und
Tachonazeige 120km/h. Also deutlich ausserhalb der Toleranzen. Mist. Neue
Reifen mussten her. Aber zuerstmal zur Mietwerkstatt, um noch ein paar
Kleinigkeiten zu erledigen. War ja nur 5km entfernt. Zwischenzeitlich
signalisierte die Tankwarnlampe, dass nicht mehr viel Sprit an Bord war, aber
die geringe Entfernung zur Ausfahrt liess mich dem ganz entspannt
entgegensehen. Mitten in der Ausfahrt Moosfeld fing der Wagen dann aber zu
stottern an und rollte mit stehendem Motor an der nächsten Ampelkreuzung aus.
Naja, ich hatte ja vorgesorgt und einen vollen Reservekanister mit, dessen
Inhalt sogleich gurgelnd im Tankstutzen verschwand. Dass ich als Erster an der
Ampelkreuzung nun ein stehendes Hindernis war, war zwar blöd und etwas
peinlich, aber es würde je gleich weitergehen. Oder auch nicht. Georgelt und
georgelt, aber die Olive wollte nicht anspringen. Ja damn it!!! Was war denn
nun wieder los? Also hab ich den Wagen von Hand über die Kreuzung geschoben
(ganz schön schwer so ein 280er!) und halblegal auf dem Fussgängerweg
"geparkt". Nach halbstündiger Fehlersuche war der Übeltäter gefunden:
die Haltefeder im Verteiler, die die Grundplatte mittels einer Kugel in
Position hält, war gebrochen! Da kann man ja nen Vogel kriegen!! Was nun,
Weiterfahren schien unmöglich. Aber man ist ja Tüftler, und mit Hilfe einer
Plastikunterlegscheibe, passend an der Grundplatte zurechtgestoft und 10 min
Gefrickel bis der Kontaktabstand halbwes wieder stimmte (ein Schliesswinkelmessgerät
hatte ich gottseidank schon gekauft und auch mit dabei) sprang der Motor wieder
an. Das war dann aber auch erstmal das Ende der Dienstfahrt, bin auf dem
kürzesten Wege wieder nach Hause, hab den Wagen in der Garage abgestellt und
zwei, drei Bier aufgemacht......
Weitere Problemforschung
Nun
war mein Plan, den Wagen TÜV-fertig zu machen, leider nicht aufgegangen und
erstmal wollte ich eh wissen, was mit Zylinder 4 los war. Dazu musste auf jeden
Fall der Zylinderkopf runter. Das ist erfeulicherweise bei dem M130 Motor nicht
so der Riesenakt. Ein paar Tage später (ich brauchte die zur Regeneration)
gings dem Wagen dann an den Kragen. Innerhalb weniger Stunden waren
Gasgestänge, Ansaugbrücke, Krümmer, Einspritzleitungen etc demontiert und der Kopf
konnte abgehoben werden (dummerweise war keiner da der mir helfen konnte, und
so ein 6 Zylinder -ZK ist mächtig schwer..)

Kaum
war das Ding auf meinen Gartentisch gewuchtet, zeigte sich das Problem ganz
deutlich:

Auslassventil
4 war verbrannt und hatte einen Riss. Das musste getauscht werden.
Erfreulicherweise konnte ich einen kompletten Satz Einlass-, Auslassventile,
Ventilfedern, Schlepphebel und Lagerböcke für lausige 50 Euro ersteigern -
Glück muss man haben!

Den
Zylinderkopf habe ich zu einem Fachbetrieb gegeben, um dort die Ventilsitze zu
fräsen und das Teil ggf auch zu planen. Ebenso sollten die beiden vernudelten
Kerzengewinde gerichtet werden. Der Fachbetrieb hat mich dann einen Tag später
angerufen und informiert, dass eine Ventilführung aus dem Block gefallen sei
und sie die Ventilsitze eh nicht schleifen könnten, weil die Führungen alle
etwas ausgeleiert seien. Nun wollte ich aber nicht unnötig viel Geld ausgeben
und bat, nur die eine Führung zu erneuern, den Kopf zu vermessen, ggf zu
planen, die Ventile zu strahlen und die beiden Gewinde zu machen. Gesagt,
getan. Eine neue ZKD und neue Ventilschaftdichtungen bei Mercedes besorgt, das
defekte Ventil ersetzt und alle Ventile mit Teroson Ventileinschleifpaste
eingeschliffen.
Anschliessend
wieder alles zusammengebaut (das schreibt sich hier so schnell, aber es hat
doch zwei Tage gedauert), Ventilspiel eingestellt, alles zigmal kontrolliert
(ich war nervös) und dann den Motor gestartet: Ein Gedicht! Ganz rund lief er,
ohne Geticker und Gezische! Was eine Wohltat!! Ich war entzückt. Auch TÜV und
AU samt H-Zulassung gingen problemlos über die Bühne, also schnell mit einer
Freundin telefoniert (hihi) und sie für den nächsten Tag zu einer Fahrt in die
Berge eingeladen. Gesagt, getan. Die Kleine abgeholt, Bier und Isomatten dabei
und los gehts auf die A8. Kurz vor dem Autobahnkreuz München-Süd bemerkte ich
dann im Auspuff leichten Blaurauch. Naja, die Sonne schien, ich hatte ne
hübsche Maus dabei und das Bier war herrlich kalt, also wird das bissl Qualm
erst mal ignoriert. Auf Höhe der Ausfahrt Holzkirchen zog mein Benz dann schon
eine deutliche Rauchfahne hinter sich her und bei Weyarn wurde der Blick nach
hinten schon deutlich getrübt. Genau wie meine Laune. Grrrr. Da mir nicht nach
Liegenbleiben zu Mute war, sind wir dann umgekehrt, und was sich dann bei der
Fahrt nach Hause abspielte, war hochnotpeinlich. An jeder Ampel bzw jedem Stopp
vernebelte sich der Wagen so massiv, dass wr nach hinten gar nichts mehr sehen
konnten. Und hinter uns fahren wollte auch keiner mehr.... Wir waren heilfroh
zu Hause anzukommen und haben den Wagen nur noch schnell in der Garage
abgestellt.
Tja,
irgendwie sollte es nicht so laufen, wie geplant. Ich war stinksauer und hab
den Ventildeckel abgenommen um nach einem möglichen Schaden zu forschen. Der
war auch schnell ausgemacht: Ventilschaftdichung #6 hing lose in der
Ventilfeder. Aber wo war bitteschön die Ventilführung?? Nix zu sehen??? Also
flott den Ansaugkrümmer abgeschraubt (das kannte ich ja nun schon) und ein
Blick in den Ansaugkanal offenbarte das ganze Dilemma: Die nächste
Ventilführung katte sich gelockert und war bis auf den Ventilteller
runtergerutscht. Fu**!!

Dabei
hatte der "Fachbetrieb" doch alle Führungen auf festen Sitz angeblich
kontrolliert? Und ausserdem werden die Führungen noch durch einen
Sicherungsrung gehalten...? Tja, aber es half alles nichts, der Kopf musste zum
zweiten Mal runter und diesmal gab ich in Auftag, alle Ventilführungen zu
ersetzen, ausserdem alle Ventilsitze zu fräsen und -Kerzenlochgewinde #6 war
auch schon wieder verdallert- durch eine vernünftige Alubuchse zu ersetzten.
Leider war der Betrieb etwas tüdelig und so dauerte es geschlagene zwei Wochen,
bis alle Arbeiten erledigt waren. Und das wo so schönes Sommerwetter war und
ich so gerne gefahren wäre! Nachdem der Zylinderkopf dann endlich wieder
repariert war, setzte ich die Ventile ein (verbunden mit erneutem Einschleifen,
jaaa, macht Spass, man hat ja sonst nix zu tun.....).

Immerhin
sorgte meine neue Nachbarin mit freundlichen Worten und kühlen Getränken für
entsprechende Motivation :)
Tags
drauf war der ZK fertig (ich auch) und der Zusammenbau des Motors begann
erneut:

Bis
auf eine heruntergefallene Kugel vom Kettenspanner, die mich etwa eine Stunde Suche
kostete (sie lag ganz brav mitten unter dem Wagen, wo ich sie nie vermutet
hätte), ging alles problemlos und nachmittags war der Motor wieder
zusammengebaut. Um weiteren Debakeln aus dem Weg zu gehen, entschloss ich mich,
diesmal alleine die Probefahrt zu machen. Der erste Kilometer lief ganz
wunderbar, der Motor drehte seidig und leise, und nicht ein Wölkchen zeigte
sich im Auspuff. Wie gesagt, etwa 1000 Meter weit. Dann: Quaaaaalm aus dem
Auspuff, nicht sehr viel aber doch deutlich sichtbar. In mir stieg Wut,
Enttäuschung und Hass hervor. Spontane Gedanken waren: Ich spreng die Karre in
die Luft. Oder ich verkauf sie. Oder beides! Gott war ich sauer. Schnurstracks
zurück in die Garage. Motor aus und den Wagen einen Monat nicht mehr
angeschaut.
Ein
Freund von mir, der Claus, hat mir dann Mut zugesprochen. Er meinte, dass es
sich vielleicht nur um Ölrückstände im Auspuff handeln könnte, die der Wagen
bei dem ersten Motorschaden angesammelt hatte. Hmmm, möglich wär es ja. Aber
ich war einfach supermutlos. Nochmal hätte ich bestimmt nicht den Motor
zerlegt, es reichte einfach. Ich wollte endlich mit der Kiste fahren und nicht
nur liegenbleiben. Also stand der Wagen weitere zwei Wochen in der Tiefgarage.
Eines Abends, ich hatte grade zwei (oder drei) Bier getrunken, und es war schon
leicht dunkel, entschloss ich mich, Claus' Rat zu folgen und ein paar Runden
auf der Autobahn zu drehen. Weil ich allerdings einfach nicht wissen wollte, ob
es hinten nun qualmt oder nicht, drehte ich den Innenspiegel so in Richtung
Dachhimmel, dass ich nichts darin sehen konnte. Bin dann eine Stunde gefahren
und hab den Wagen abgestellt, ohne zu wissen, ob sich nun was gebessert hatte
oder nicht. Das Gleiche hab ich dann in den nächsten Tagen immwe wieder
gemacht, und ab und zu verstohlen nach hinten gelinst, ob sich Wölkchen zeigen.
Konnte aber nix diesbezügliches erkennen. Bei den folgenden Fahrten hab ich
dann immer mehr mich getraut, zu schauen, ob es qualmt, oder nicht, und es
qualmte nicht! War dann doch nur Restöl bzw Restölkohle die sich in Auspuff,
Hosenrohr und Krümmer gesammelt hatte. Was eine Freude!!
Das nahm ich natürlich zum Anlass, ein
paar nette Fahrten mit netter Begleitung zu unternehmen! Herrlich.
So weit so gut? Oder doch nicht?
Nun
war der Wagen aber noch weit davon entfernt, wirklich gut zu sein. Allem voran
hing er hinten durch wie ein alter Kartoffelschlepper.

Diverse
Diagnosen zb durch das gute vdh-Forum kreisten ein defektes Bogebein als
möglichen Übeltäter ein. Nun war mir die Reparatur von dem Ding mit rund 600
Euro viel zu teuer, weswegen ich mich zum Austausch durch eine Flossenfeder
entschloss. Um ein für alle Mal Ruhe da hinten zu haben, orderte ich bei
mb-classics auch gleich noch zwei neue Original - Hinterachsfedern. Der
Austausch von den drei Teilen ist eigentlich ein Klacks, man löst auf der
Hebebühne die Stossdämpfer unten, die Schubstreben und kann dann die Federn
wechseln. Und sehr erfreulich: danach stand der Wagen wieder wirklich grade.
Das hatte es gebracht, seht selbst:

Die
nächsten Wochen im Spätsommer 08 rollte die Olive dann auch brav vor sich hin,
ab und zu war die Batterie mal leer (warum nur, hatte doch die Lima Kohlen
gewechselt), und gelegentlich nahm der Wagen kein Gas an (nur für ein paar
Sekunden, dann ging es wieder). Das mit der entladenen Batterie wurde dann aber
zum Dauerzustand, und einmal war die so leer, dass ich mich mit letzter Not bis
zur Garage zurückschleppen konnte, da ist dann aber prompt der Motor
ausgegangen - was ein Glück, Steckdose und Ladegerät waren nur 10 Meter
entfernt :)
Nach
dem Wälzen der Schaltpläne kam ich auf den Trichter, dass der Regler wohl
defekt sei. Nach dem Ausbau und gründlichem Durchmessen zeigte sich der Fehler
in einem leicht verbrannten Schaltkontakt, so dass die Lima einfach keine 14V
Ladespannung aufbauen konnte sondern nur 12V. Nach dem Reinigen des
Schaltkontakts mit 300 Schleifpapier funktionierte der Regler wieder
einwandfrei:

Die
Batterie wurde zuverlässig geladen und ich war erstaunt, wie hell die
Instrumentenbeleuchtung bei korrekter Lima-Spannung war :))
Und noch ein Problem
Jetzt
hätte ja alles Friede Freude Eierkuchen sein können, wenn, ja wenn sich nicht
die plötzlichen Ausfälle der Zündung gehäuft hättten. Peinlicherweise streikte
der Wagen mitten in München auf einer vielbefahrenen Kreuzung, juhuu, da kommt
Laune auf wenn du von allen Seiten angehupt wirst. Witzigerweise ging das
Starten vom Motor immer danach, nur sobald man den Zündschlüssel losliess, ging
der Motor aus. Hatte zuerst das Zündschloss im Verdacht, da war aber kein
Fehler auszumachen. Zur Eingrenzung des Problems schloss ich mein
Schliesswinkelmessgerät am Verteiler an und machte ein paar Probefahrten (mit
langen Kabeln, so dass das Messgerät auf dem Beifahrersitz liegen konnte). Und
tatsächlich, sobald der Motor ausging, war kein Schliesswinkel bzw keine
Spannung mehr am Verteiler. Und was liegt strommässig vor dem Verteiler?
Richtig, der Vorwiderstand. Mercedes konnte innerhalb von einem Tag einen neuen
Vorwiderstand liefern (1.8Ohm), den ich auch sofort einbaute und wieder
losfuhr. Aber nicht weit, dann streikte der Wagen wieder. Wie bitte? Was soll
denn das? Nach genauem Studium des Schaltplans gab es dann nur noch einen
Verdächtigen, und das war das Kabel was vom Anlasser beim Starten 12V direkt an
die Zündspule anlegt, und so quasi den Vorwiderstand beim Starten überbrückt.
Das hab ich dann mal abgeklemmt, es schien mir so dass es ab und zu nach Masse
durchschlägt. Tatsächlich war das der Übeltäter, denn nach dem Abklemmen traten
die Fehler nicht mehr auf. Nur: ohne dies Kabel startet der Wagen schlecht,
weil die Zündspule dann eben über den Vorwiderstand läuft und nicht den
"vollen" Saft abbekommt. Insofern musste man ziemlich lange orgeln
bis der Benz ansprang. Natürlich kein Zustand. Nun hatte ich erhlich gesagt
null Bock dies lange Kabel, was auch noch unter dem Motor langläuft, auszubauen
und zu testen. Und als Inschenjör darf man ja auch kreativ sein: ich hab
einfach in das Kabel eine 5A Diode eingesetzt. Die verhindert, dass Strom von
der Zündspule in Richtung Masseschluss abfliesst, aber in Gegenrichtung Strom
vom Anlasser zur Zündspule durchlässt. Das klappt gut, auch wenn ich besagtes
Kabel dann irgendwann mal wechseln werde....

Soweit erstmal .. ich hoffe dass bald
der Bericht zur Klimaanlagennachrüstung folgt.
Zuerstmal folgt ein Bericht über die erneute Zylinderkopfreparatur.
Tom / woof_280se